Leben - Eine Kunst

Ein Kunstwerk entsteht mit der Zeit es ist Nichts, das einfach da ist. Es wird geschaffen von einem Künstler. Ebenso erlebe ich es mit dem Leben an sich und einem Selbst. Mein Lebenswerk nehme ich als Kunstwerk wahr, Leben als eine Kunst. Hier möchte ich zeigen, welche Elemente "Farbklekse" dieses Kunstwerks für mich bedeuten.

Projekte

Mein Ziel ist die Welt zu verändern, für andere da zu sein, manches habe ich davon bereits umsetzen können, vieles steht mir noch bevor. Das Leben ist eine Kunst - Das Lebenswerk ein Kunstwerk. Für mich bedeutet es ein großer Schatz Autist zu sein. Als Autistin und Vorstandsvorsitzende eines Interessenverbandes setze ich mich gemeinsam mit anderen für Autisten ein:
  • White Unicorn e.V. - die Projekte rund um den Verein laufen hier zusammen
  • White-Unicorn e.V. Facebook - hier wird Aktuelles gepostet wenn sich was tut auf der Website oder im Verein
  • - Ich mache bei dieser Aktion des Teams vom Blog Realitätsfilter mit, um auf so manchen Irrglauben über Autisten aufmerksam zu machen

Es bereitet mir Freude Websites mit Inhalt zu füllen, zumindest wenn ich das dahinter stehende Projekt oder Werk ansprechend und unterstützenswert finde. Derzeit wirke ich an der Site vom Reiterhof Brand mit.

Freilicht - Improvisationstheater

Zum Larp an sich kam ich wie "die Jungfrau zum Kind" - irgend wer lud mich ein und ich kam mit - und spielte zum ersten Mal "Untoter" in der Geschichte eines Nekromanten. Es weckte meine Begeisterung. Es fühlte sich im ersten Moment ganz anders an, wie alles was ich erlebt hatte. Ich fand es auf eine gewisse Art befreiend, das Schauspiel... Diese Rollen durften sich blamieren, böse sein, alles was ich mir selbst zu dieser Zeit nie erlaubt hätte. Aber es war in einer Rolle für mich manchmal interessanter Weise nicht möglich über meinen Schatten zu springen, so dass ich manches nicht tun konnte. 

Auch der starke Bezug zur Geschichte welche im Reenactment dargestellt wird, fasziniert mich bis heute. Es ist unsere Geschichte, die Vergangenheit unserer Länder und Vorfahren. Um sie zu wissen, in kleinen Teilen erlebbar machen ist ein großer Wert, den die Gemeinschaft der Living History - Darsteller hier erhält. Diese beiden Bereiche waren sehr wertvoll für mich, eine große Bereicherung. Zudem war es ein Riesenspass natürlich und brachte unzählige schöne Erinnerungen in mein Leben. Es war eine wundervolle Zeit.

Wanderersleben

 Ich wanderte immer wieder gern, so auch von München nach Zürich. In der Natur unterwegs sein, ich empfinde das wie ein Konzert. An einem jeden Ort ist etwas anderes zu hören. Mal das Zirpen der Grillen, das Rauschen eines Baches, Kühe, Geräusche in der Luft eines Dorfes oder einer Stadt, absolute Stille in die ich eintauchen kann, tief in einem Wald... Ein jeder Tag hat ein anderes Thema, eine jede Ecke ihre eigene Melodie.

Dazu kommen die Bilder der Gefühle der Welt. Eine jede Gegend, belebt durch Pflanze, Mensch und Tier strahlt andere Bilder aus für mich. Es sind in meinem inneren Auge Geschichten, die mir die Umgebung erzählt, durch die ich wandere. Auf diese Weise wird in mir alles ruhig, ich lausche den Tönen und Bildern und das reicht mir völlig aus um zu sein, ich entspanne mich tief in mir.

Diese Zeit empfinde ich als ein wundervolles Fest, nur für mich.

 

Seele baumeln lassen

 Bisweilen erscheint mir das Leben sehr anstrengend und so richtig motiviert bin ich dann zu gar nichts eigentlich. In solchen Momenten zahlt es sich für mich aus ein mit mir vertrautes Pferd oder ein Kajak in Wassernähe liegen zu haben.

Mit dem Pferd ebenso wie mit dem Kajak habe ich die Möglichkeit nicht selbst laufen zu müssen sozusagen, wenn mir eh schon alles zu viel ist an solchen Tagen. So lasse ich mich mit dem Kajak treiben oder vom Pferd tragen. Früher konnte ich durch mein eigenes Pferd in den Stall gehen, musste mit niemandem reden. Ebenso leicht ist es das Kajak ins Wasser zu lassen. Beides kann ich seit meiner Kindheit, weshalb ich dabei nicht nachzudenken brauche. Es sind auch eher die Kleinigkeiten die mich dabei dann erfreuen. Im Schnee galoppieren etwa bei Sonnenschein, wenn der pulverige Glanz aufstaubt. Oder im Wasser eine Biene die hinein fiel, für die ich dann ein Blatt fische um sie zum Trocknen auf einen Baum zu setzen. Bei so etwas sehe ich dann gern auch eine Weile zu, wie sie sich putzt und dann irgendwann startet, weil die Flügel nicht mehr nass sind.

Ob das nun aber das Glitzern des Wassers ist, das ich freudig beobachten kann oder das Rauschen des Windes ist spielt für mich keine wirkliche Rolle. Es bedeutet für mich die Seele baumeln lassen.

 

Fingerfertigkeiten

 Ich bastle sehr gern. Ganz in Ruhe, Stück für Stück. Ein Wachsplättchen nach dem anderen wird auf die Kerze gesetzt, bis irgendwann etwas Ganzes enstanden ist. Zu Beginn meines Tuns weiß ich nie wie das Werk vollendet aussehen wird. Als ich Klein war gab es im Nachbarsdorf eine Frau bei der ich mich gern aufhielt. Sie selbst war auch Mutter einiger Kinder. In deren Haus gab es einen riesigen Schrank voll mit Utensilien - und der roch so gut, nach Wachs und Farben...

Früher habe ich den Menschen zu gehört und ihnen dann Kerzen verziert die dann immer wieder zu großer Überraschung führten wenn ich sie verschenkte - da die Bilder die Geschichten und Menschen wiedergeben denen ich lauschte.

Meine Finger werden nur im Alter etwas sperriger... die Alltagsstrukturen sind sehr einseitig bisweilen, aber Qigongkugeln geht es. Sie in den Händen Rollen, je zwei Kugeln in einer Hand kreisen lassen, ohne dass sie sich berühren ist immer wieder eine entspannende und zugleich für die Beweglichkeit der Finger nützliche Beschäftigung. Heute baste ich eher für die Kinder. Auf den Bildern sind zwei Osterkerzen zu sehen.

Rhythmus

Als ich an einem Seminar teilnahm bei dem wir unter anderem Trommeln spielten, wurde mir etwas bewusst. Menschen leben zusammen in einem bestimmten Rhythmus. Diese Erkenntnis fand ich sehr hilfreich und spannend.

Beim Trommeln fand sich die Gruppe leicht ein, in einen Rhythmus auf den sie sich irgendwie einigten. Wie sie das taten, ist mir nicht bekannt. Ich selbst tat mir sehr schwer darin einzufinden. Die anderen hatten sichtlich ihre Freude daran gemeinsam sich darin auszulassen. Mir selbst hingegen war es zwar möglich das zu kopieren, aber ich fühlte mich darin nicht wohl und verließ das Geschehen. Mein Trommelschlag mit dem ich mich selbst wohl fühlte war hierbei immer "anders" und störte die Harmonie. 

Im Gespräch als ich diese Gruppe beobachtet hatte, konnte ich feststellen wie ein gewisser Rhythmus in dem liegt wie die Menschen miteinander kommunizieren. In dieser Trommelgruppe fühlte ich mich auch im Gespräch nicht wohl, so mitzuschwingen wie sie es untereinander taten. Doch wurde mir genau hierdurch bewusst darum. 

Im Alltag gibt es Menschen, mit denen es Hand in Hand läuft, man ist sich einig, es fließt plätschernd dahin, oder auch tosend in raschem Takt, melodisch den ganzen Tag. Und es gibt Menschen da funktioniert dies nicht, ständige Disharmonie tritt ein, es wird eher eine Musik-Probe, denn ein harmonisches Meisterwerk. Die Zusammenarbeit und das Zusammenleben hängt viel von dem Rhythmus ab, ob und wie es zueinander in Harmonie findet. 

Manche Gruppen gibt es, in deren Rhythmus ich mich wohl fühle - auch wenn es nicht der Meine ist. Zu einem Bier philosophische Gespräche führen etwa, an solchen Events nehme ich immer wieder gern teil und finde mich dort ein. Auch an Stammtischen im schweizer Alpengebiet fühlte ich mich sehr wohl in dem Gesprächsrhythmus der dort lebenden Menschen. In meiner früheren bayrischen Heimat fand ich in mancher Familie bisweilen auch die ein oder andere Gelegenheit ein wenig mit zu schwingen.

Gemeinsam frei musizieren, so dass mein Rhythmus mit irgend einem anderen harmonierte konnte ich aber bisher noch nicht. Wer weiß, vielleicht finde ich ja noch irgendwann jemanden mit dem ich gern außerhalb von Notenblättern und Vorgegebenem Musik spielen werde...