Stundenblume

Leben, eine Kunst

Kaninchen vergesellschaften

Unser Meerschweinchen "Schweini" war verstorben, so war unsere Dalmatiner-Rex-Kaninchen Dame "Hasi" allein in ihrem Käfig verblieben. Gegen die Vernunft, wie viel Aufwand das doch bedeutet, holte ich somit ein weiteres Kaninchen, einen kastrierten Satin-Zwergwidder "Schlappohr" aus dem Tierheim. So kam es, dass das Berliner Tierheim eine neue Chance von mir erhielt. Das Meerschweinchen hatten wir damals geschenkt bekommen mit dem Hasen, auch wenn man sie nicht zusammen hält. Am täglichen Jagen des Schweinis, konnte man auch sehen, weshalb. Die beiden verstanden sich ständig miss, immer wieder wurde aufs Neue das Verhalten missgedeutet und Schweini hatte immer das Nachsehen. Hätte Schweini noch eine Woche länger gelebt, wäre er von mir versetzt worden und dann mit einer Gefährtin beschenkt worden, doch kam es hierzu nicht mehr.

Schlappohr war also geholt und nun bei uns angekommen, der kleine Kaninchen-Eunuch und saß in seinem Quarantäne-Käfig, der die Maße 1,40 m x 80 cm aufweist. Im Tierheim wurde er als zickig beschrieben, bei uns verhielt er sich eher wie ein Hund. Auf Rufen kam er sofort, wenn er nicht sogar schon am Gitter stand um gestreichelt zu werden. Bettelnd hielt er seine Pfoten am Gitter um ein wenig geschmust zu werden. Hätte ich ihn gelassen, er wäre auch mit mir überall hingelaufen, denn das zeigte er dann, als wir die Vergesellschaftung versuchten. Missverständnisse waren auch hier vorprogrammiert, denn ein Widder-Kaninchen kann wegen seiner Schlappohren nicht anständig kommunizieren. Doch das wusste ich derzeit alles noch nicht, ich verließ mich auf die gängigen Internetseiten der Tierschutzvereine, die erzählen wie man vergesellschaftet.

Ich baute unser Krabbelgitter für Kinder um zu einem neutralen Areal etwa 3 qm, oben offen, eingerichtet mit Zeitungspapier am Boden, 3 Häuschen in der Mitte, Toilette und vielem Knabberzeug zum Ablenken, Brot und Körner, Heu, Salat sowie Gemüse. Als sich die beiden das erste Mal sahen ging Hase sogleich auf ihn zu und bettelte darum besprungen zu werden. Das ging viele Stunden so, Rammeln, sich jagen, bis beide erschöpft waren und herumlagen. Als ich ins Bett ging, waren die beiden immer noch abwechselnd dabei sich zu versuchen zu bespringen, sie markierten fleißig die Einrichtung, von Friede und Einigkeit keine Spur. Als ich in der Früh aufstand, war Schlappohr aus der Arena geflohen und kam mir freudig entgegengehoppelt. Er begrüßte mich und lief mir brav hinterher, wie ein Hund. Mit seine langen Ohren kam er mir ein bisschen Dackelig vor, so treu wie er mir folgte. Er ließ sich von mir auch bereitwillig ins Gehege setzen, um allerdings gleich wieder zu versuchen herauszuhüpfen. Da schnappte ich ihn mir und setzte ihn zurück in seinen Käfig, Hasi kam zurück ins Innengehege.

Erster Versuch gescheitert. Ich überlegte viel herum, was ich nun machen sollte und telefonierte, las weiter, bis ich zu einer Entscheidung gelangte. Die beiden wurden von mir getauscht in den Käfigen, Hasi kam in den Quarantänekäfig, Schlappohr ins Innengehege (ca. 3-4 qm), so dass sie sich an den Geruch des anderen gewöhnen konnten. Etwa einen Tag dauerte es, bis sie einigermaßen ruhig wirkten. Und es brachte viel. Als ich die beiden dann ins Außengehege (ca. 3 qm) setzte, welches oben geschlossen war, flogen einmal kurze Haare bei einer Jagd, anschließend war Ruhe. Hasi verzog sich in ein Häuschen, Schlappohr erkundete fleißig die Gegend. Die Ranordnung war nun einigermaßen festgelegt.

Am Abend nahm ich die beiden dann mit nach drinnen in den Innenkäfig (oben geschlossen), den ich in der Zwischenzeit peinlich genau gereinigt hatte mit Neutralreiniger von Frosch und völlig umgestellt hatte. Alles roch frisch nach Froschmittel und Einstreu. Somit war das Gehege einigermaßen neu für beide. Ein paar Mal wurde Hasi von Schlappohr gejagt. Für diesen Zweck hatte ich die drei Häuschen wieder in die Mitte plaziert, damit außen herum eine "Rennbahn" gegeben war, die auch fleißig genutzt wurde im Kreis zu jagen. Als das Gröbste vorrüber war kam die Wasserschüssel mit dazu und ich ließ die beiden über Nacht allein.

Und siehe da: In der Früh als ich hoch kam war Hasi dabei Schlappohr zu putzen! Die Vergesellschaftung ist mir erfolgreich gelungen. Glück gehabt, das ging nun zuletzt doch schneller als gedacht. 

Ich möchte nun zum Schluss noch darauf hinweisen, dass es einfacher gegangen wäre. Mit einem großen Gehege von etwa 6 qm über eine längere Zeit wäre es friedlicher abgelaufen. Wäre sogar ein Auslauf dabei gewesen mit einer geraden Sprintstrecke von einigen Metern, wäre auch dies von großem Vorteil gewesen. Diese Methode wie sie hauptsächlich zu finden ist im Netz, die ich auch anwandte, ist nicht ganz die Meine, da sie nicht wirklich auf die Bedürfnisse der Langohren eingeht. Auch weiß ich darum, dass meine Haltung wie ich sie gerade praktiziere nicht optimal ist. Es geht besser, aber fürs Erste reicht es. Und wenn man bedenkt, wie tatsächlich noch so mancher seine Kaninchen hält, bin ich doch eher sehr gut als Hasenmama, wenn auch nicht perfekt. Aber mit der Zeit habe ich so etwas zu tun und kann mit den Jahren ihnen ein Außengehege gönnen, in dem sie sich auch einmal nach Herzenslust austoben können.

Ich bin nun glücklich über mein trautes Pärchen :)

PS: Ein großes Dankeschön an den Ersteller dieser Website: http://www.hauskaninchen.com/index.html Nach so vielen Seiten die ich vorher fand, die mir keinen wirklichen Aufschluss über meine Tiere gaben, leider auf Seite drei erst bei Google die Infos, die ich brauchte!

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