Stundenblume http://www.white-unicorn.de/index.php?mod=blog Der Blog von Landra de-de Thu, 13 Dec 18 07:50:15 +0100 Thu, 13 Dec 18 07:50:15 +0100 http://www.white-unicorn.de/index.php?mod=blog&blog_id=1 Bitmuncher.info Seehundfell, Seelenhaut Quelle: Die Wolfsfrau

In meinem alten Blog hatte ich sehr viele Märchen stehen. In diesen neuen Blog hatte ich sie nicht übertragen. Manche davon liebe ich allerdings bis heute. Seehundfell, Seelenhaut Quelle: die Wolfsfrau

Märchenhaftes Lesen wünsche ich all meinen Lesern!

 

Seehundfell, Seelenhaut

Quelle: Die Wolfsfrau

ZU EINER ZEIT, die einst war, nun für immer vorbei ist und bald schon wiederkehrt, gibt es Tag für Tag einen blendend weißen Himmel und weiße Schneelandschaften, in denen sich die Lebewesen wie winzige, flirrende Pünktchen ausnehmen und bald schon verlieren - Menschen, Hunde und Bären

Hier bläst der Wind so hart, dass die Leute ihre Parkas und Stiefel absichtlich zur Seite drehen. Das gesprochene Wort gefriert in der Luft und den Menschen müssen die Sätze von den Lippen gebrochen und am Feuer aufgetaut werden, damit man weiß, was sie gesagt haben. Alle Geschöpfe leben im schneeweißen Gespinst der Haare von Annuluk, der Großmutter Erde. Damals, vor langer Zeit, lebte ein Mann, der sehr einsam war.

Das Gesicht des Mannes war von tiefen Furchen durchzogen, die seine Tränen im Lauf der Jahre in seine Haut gegraben hatten, denn er fühlte sich verlassen und weinte viel. Tag für Tag ging er auf die Robbenjagd, legte seine fallen aus und schlief nachts gut und tief, aber er sehnte sich fortwährend nach einem Menschen, mit dem er sein Leben teilen konnte.

Manchmal, wenn ein Seehund sich seinem Kajak näherte und zwischen Eisschollen hervorlugte, dachte der Mann an die alten Geschichten, in denen es heißt, dass Seehunde vor langer Zeit einmal Menschen waren, was man heute noch an ihren Augen erkennt, an dem weisen und liebevollen Blick ihrer glänzenden Augen. Wenn der Mann den Blick solcher Augen auf sich gerichtet sah, weinte er und die Furchen in seinem Gesicht wurden jedes mal noch ein wenig tiefer.

Eines Abends war er noch nach Einbruch der Dunkelheit auf der Jagd, weil er den ganzen Tag nichts gefangen hatte. Er paddelte zwischen Eisschollen dahin, während der Mond aufging und ihm einen großen, glitzernden Felsen im Meer zeigte, auf dem sich etwas bewegte.

Sein Jägerauge ließ ihn schon von weitem erkennen, dass die Bewegungen nicht von den üblichen Meerestieren herrühren konnten. Lautlos paddelte er näher heran und erkannte, dass ein Grüppchen splitternackter Frauen auf dem Felsen beim Mondschein tanzte. Er verhielt sich still und schaute zu, wie ihre Körper sich wiegten, wie die milchig und silbern schimmernden Gliedmaßen der Mondfrauen sich im Kreise drehten.

Stockstill und tief betroffen saß er in seinem Boot, während das Wasser ihn näher und näher zu dem Felsen trug. Er konnte die Wunderwesen lachen hören, aber vielleicht war es auch nur das Plätschern der Wellen, das sein Ohr verwirrte.

Der Mann wusste nicht, wie ihm geschah, aber die Bürde seiner Einsamkeit fiel von ihm ab, wie eine schwere, nasse Haut, er fühlte sich empor gehen, sprang, ohne nachzudenken auf den Felsen und stahl eines der Seehundfelle, die dort im Mondlicht lagen. Hinter einem Vorsprung versteckte er sich und verbarg das Fell unter seinem Parka.

Bald darauf rief eine der Frauen etwas und diese Frau hatte die schönste Stimme, die der Mann je vernommen hatte. Sie klang wie der Gesang von Walen im Morgengrauen, nein besser noch, wie neugeborene Wölfe beim Spielen, nein, die Stimme war mit nichts zu vergleichen, das der Mann je gehört hatte.

Es dauerte nicht lange und eine Frau nach der anderen schlüpfte in ihr Seehundfell und glitt hinab ins Meer. Sie lachten und quietschten vor Vergnügen bis auf eine.

Diese Frau suchte nach ihrem Robbenfell und konnte es nirgends finden. Da trat der Mann aus seinem Versteck hervor und obwohl er sehr schüchtern war, sagte er mit einem Mut, der ihm selbst fremd war: "Bitte, werde meine Frau und kommt mit mir... Ich bin so einsam."

"O nein, das kann ich nicht" antwortete sie. "Ich gehöre zu den Anderen, zu Dem dort Unten"

"Werde meine Frau" drängte der Mann. "In sieben Sommern erhältst Du Dein Seehundfell zurück, das verspreche ich Dir. Und dann kannst Du Dich entscheiden, bei mir zu bleiben oder zu gehen, ganz wie Dir beliebt."

Lange forschte die junge Robbenfrau im Gesicht des Mannes nach einem Zeichen. Schließlich sagte sie zögernd "Also gut, ich gehe mit Dir. Und nach sieben Sommern wird es sich zeigen"

So lebten sie miteinander und nach einer Weile gebar die Meeresgeborene dem Mann einen Sohn, den sie Ooruk tauften.

Das Kind war gesund und in den langen Winternächten, während der Vater am Feuer saß und Figuren schnitzte, erzählte die Mutter ihrem Sohn Geschichten, aber anstatt von Bären, vom Raben und vom Wolf zu erzählen, wie andere es taten, erzählte sie die Sagen vom Walfisch, vom Seehund und den Lachsschwärmen, denn dies waren die Geschöpfe, die sie kannte.

Die Jahre vergingen und die Menschenhaut der jungen Frau wurde erst schuppig, dann spröde, bis sie schließlich in trockenen Fetzen von ihrem Körper fiel. Ihr plumpes, weißes Fleisch wurde hohl und grau, selbst die Haare auf ihrem Kopf fielen aus. Das Licht in ihren Seelenvollen Augen erlosch und bald musste sie die Hand ausstrecken um sich den Weg zu ertasten, denn sie war halb blind geworden.

Eines Nachts wurde Ooruk unsanft aus dem Schlaf gerissen, denn der Vater schimpfte laut und die Mutter weinte.

"Gib mir mein Fell zurück" flehte die Mutter weinend. "Sieben lange Jahre sind vergangen und der achte Winter kommt. Du hast es mir versprochen" "Ich weiß nicht, was ich tun werde. Ich weiß nur, dass ich wiederhaben muss, was mein eigen ist"

"Dein Kind und Deinen Mann willst Du verlassen" schrie der Vater "Du gewissenloses Weib!" damit riß der Mann die Türklappe auf und stapfte hinaus in die Finsternis.

Das Kind liebte seine Mutter sehr und weinte sich in dieser Nacht in den Schlaf, aber schon bald wurde es zum zweiten Mal geweckt. Ein seltsam tosender Wind ging um und im Wind war eine Stimme, die "Ooruk, Ooooruk" rief, wieder und wieder, bis er aus dem Bett kletterte, seinen Parka und seine kleinen Stiefel anzog und in die Nacht hinauslief.

Der mächtige alte Seehund hob seine Flosse und deutete auf ein Bündel, das zusammengerollt unter einem Felsen lag. Er hob das Bündel auf und sogleich kam ihm der unverkennbare Duft seiner Mutter entgegen. Er entrollte das Seehundfell und in dem Moment spürte er, wie sich die Seele seiner Mutter mit all ihrer endlosen Liebe über ihm entfaltete.

Das Kind schmiegte seine Wange in den silbrigen Pelz und spürte die Umarmung seiner Mutter, als wäre sie selbst zugegen. Der alte Seehund nickte geheimnisvoll und versank langsam im Meer.

Das Fell fest an die Brust gedrückt rannte Ooruk nach Hause, direkt in die Arme seiner Mutter, die schon voller Unruhe auf ihn und ihr Robbenfell wartete.

Voller Dankbarkeit schlüpfte sie in ihren Pelz.

"Oh nein, Mama, nein" schrie das Kind. Aber sie hob es auf und trug es dem tosenden Meer entgegen. Sie wandte sich zu dem Kind um, mit einem Blick unermesslicher Liebe in den Augen.

"Nein, Mama, nein" rief das Kind. Aber sie nahm sein Gesicht zwischen die Hände und hauchte ihren Atem in die Lungen des Kindes, dreimal. Dann tauchte sie mit ihrem Sohn in die Fluten unter, sank tiefer und tiefer hinab, bis zum tiefsten Meeresgrund und beide konnten ohne Mühe unter Wasser atmen.

Bald kamen sie in eine glitzernde Wasserstadt, wo sich allerlei Meerestiere und Wunderwesen tummelten, die ein gewöhnlicher Sterblicher nie zu Lebzeiten erblickt und alle waren froh, denn der große alte Seehund schwamm dem Schwarm singend voran und nannte Ooruk Stolz seinen Enkelsohn.

"Wie erging es Dir dort oben, Tocher?" fragte der Alte, nachdem er die beiden gebührend getätschelt und an sein mächtiges Herz gedrückt hatte.

Die Robbenfau blickte zur Seit und sagte: "Ich habe einen Menschen verwundet, einen Mann, der alles getan hat, um mich zu behalten. Aber ich kann nicht zu ihm zurück, denn dann muss ich sterben." "Und der Junge?" fragte der alte Seehund. "Was soll mit meinem Enkel werden?"

"Er muss in die Oberwelt zurückkehren, Vater. Seine Zeit ist noch nicht gekommen, er kann noch nicht für immer hier bei uns bleiben." Die Mutter weinte. Alle weinten bei diesen Worten, weil sie wahr waren.

Sieben Tage und sieben Nächte vergingen, in denen der Glanz in die Augen der Mutter zurückkehrte, ihr Fleisch wieder fest, ihre Haut wieder seidig wurde und alles an ihr gesundete.

Aber dann kam die Stunde des Abschieds. Gemeinsam mit dem Großvater trug sie Ooruk hinauf in die Welt der Erdbewohner und setzte ihr Kind am steinigen Ufer im Mondlicht ab.

"Ooruk" sprach die Mutter zu guter Letzt. "Ich bin immer bei Dir. Du musst nur berühren, was ich berührt habe: meine Feuerhölzer, mein Messer, meine Steinmetzarbeiten von Ottern und Meeresgetier, dann wirst Du einen Atem spüren, der mein Atem ist. Und er wird dich singen lassen und Dir Geschichten geben."

Der alte silberne Seehund und seine Tochter küssten das Kind noch tausendmal, dann rissen sie sich los und schwammen ins Meer hinaus, wo sie nach einem letzten Blick untertauchten. Ooruk blieb am Ufer zurück, da seine Zeit noch nicht gekommen war.

Die Jahre vergingen, und Ooruk wuchs zum Mann heran. Er wurde ein großer Sänger, Trommler und Geschichtenerzähler seines Volkes und die Leute sagten, dass er seine Kräfte einem Wunder in seiner Kindheit zu verdanken hatte, bei dem er vom Geist der Seehunde vor dem Ertrinken bewahrt wurde.

Noch heute sieht man ihn im Morgennebel auf einem Felsen knien und Zwiegespräche mit einer Seerobbe halten, die niemand fangen kann, so oft es auch versucht wurde, denn sie ist unantastbar und wird Tanqigcaq geannt, die Glänzende, die mit den weisen, wilden, seelenvollen Augen.

Bildquelle: (c) SassyStock www.fotosearch.de Stock Photography

2018-10-26 22:35:01
Ein Winterhaus für den Igel

Da ist er zu sehen, unser nächtlicher Besucher. Dieser Igel ist einer von etwa 3 Igeln, die bei uns herum laufen. So ganz genau weiß ich immer nicht, wie viele es sind und wer welcher ist. Aber sie kommen immer wieder, jedes Jahr. Und jedes Jahr versuche ich aufs Neue ein schönes Winterquartier zu bieten. Bisher nicht wirklich mit sehr viel Erfolg gekrönt. Das liegt wohl daran, dass man sehr viel falsch machen kann, beim Winterhaus für den Igel. Somit habe ich mir dieses Mal noch mehr Mühe gegeben:

Ich zähle einmal die Fehler auf, welche ich die letzten Jahre machte und wie ich sie nun versucht habe in den Griff zu bekommen. Sollte jemandem etwas einfallen, das ich noch vergessen habe, so kann mich jeder der möchte gern hier oder bei Facebook in den Kommentaren anschreiben:

  1. Das Haus

    Zu Anfang bekam ich als Geschenk vom Nachbarn ein geflochtenes Igelhäuschen. Es hieß man müsste es einfach nur mit einer Plane abdecken, auf den Boden stellen und Laub darüber tun. Das funktionierte nicht, denn das Korbgeflecht ist überhaupt nicht in der Lage mit dem Druck durch Regen/Schnee fertig zu werden. Der Laubhaufen fiel in sich zusammen. 

    -> Somit gibt es jetzt ein stabiles Holzhaus gefüllt mit "geföhntem" Stroh (rottet so gut wie gar nicht)
     
  2. Die Abdeckung

    Die Idee war damals, einfach eine Plastikplane darüber und gut ist. Aus irgend einem mir unbekannten Grund ist das aber überhaupt nicht gut gewesen. Unter der Plastikplane fing alles an zu gammeln über den Winter. Im Frühjahr war es ziemlich angerottet, was unter der Plane war. 

    -> Somit gibt es jetzt ein solides Steinplattendach aus Polygonalplatten
     
  3. Der Untergrund

    Unser Boden hier eignet sich stellenweise überhaupt nicht, um ein Igelhaus einfach so darauf zu stellen. Ich stellte fest, dass es einen ganz ekelhaften Untergrund bildet, wenn im Winter ein Häuschen darauf steht und Feuchtigkeit hinein kommt. Bedenkt man, dass der Igel wenn er dort wohnt auch dort seine Toilette hat kann das einfach nicht funktionieren.

    -> Als Lösung habe ich diesmal eine Kuhle ausgehoben und mit Sand gefüllt
     
  4. Ein Fundament

    Direkt auf den Sand setzen ist aber vielleicht auch keine so ganz perfekte Idee, der Hygiene wegen.

    -> Da ich aus der Kleintierhaltung weiß, dass am besten natürlich beschichtetes Holz funktioniert, wenn Tiere keine echten Toilettennutzer sind, habe ich dem Haus dieses Jahr ein Fundament gegönnt. Zwei beschichtete Bretter dienen somit als Fundament bzw ja eigentlich sogar als "Wohnungsdielen".
     
  5. Die Stabilität

    Ein weiteres Problem war, dass es sich um freie Natur handelt und keinen geschützten Rahmen. Kommt ein Raubtier vorbei, wird es unter Umständen versuchen das Haus wegzuschieben oder Ähnliches. Irgend ein Tier hatte es ein Jahr versucht und geschafft das Haus zu verschieben. 

    -> dieses Jahr ist das Haus ein wenig eingegraben und mit 10 Litern Steinen umrahmt. Dieses Jahr ist es nicht mehr verschiebbar. Auch der Eingang ist mit Scheitholz stabilisiert sowie der gesamte Haufen mit großen Ästen.

Dann bin ich nun gespannt, ob dieses Jahr ein Untermieter in meinem Garten einziehen wird! Hoffentlich habe ich dieses Jahr immerhin ein gutes Bauwerk zusammen gebastelt :)

2018-10-21 12:29:07
Der Tod mein treuer Begleiter

Heute blogge ich über ein Thema, das mich seit Jahren immer wieder beschäftigt: der Tod. Dass mich der Tod ganz besonders interessiert, ist spätestens seit meinen Bildern als Skelett bestimmt dem einen oder anderen aufgefallen.

Jeder kennt ihn, den Tod. Zumeist als den der einem die Menschen nimmt. Klar, vor allem fällt es auf bei denen, die einem nahe stehen. Man wird älter und mit den Jahren ziehen sich immer wieder Beerdigungen durchs Leben. Freunde, Bekannte, Verwandte… er nimmt sie alle. Den einen früher, den anderen später.

Der Tod als mein treuer Begleiter! Weshalb? mag sich so mancher fragen. Ich versuche das zu erklären.

Der Tod ist immer da. Überall. Ständig und nie weit weg. Hautnah wenn man es genau nimmt. Wo es überall lebt und stirbt, ist sich bestimmt nicht jeder bewusst. Aber doch, er ist hautnah, ständig.

So wie alles geboren wird, muss es auch vergehen. Wenn ich mir das bewusst mache ist es, als wäre der Tod an meiner Seit, wie ein treuer Begleiter. Für mich hat dieser Gedanke eine gewisse Schönheit. Alles endet, immer. Früher, oder später.

Und so gehe ich durchs Leben mit diesem Bild und Lebensgefühl. Er ist immer bei mir, wie das Leben selbst lässt er einen nie allein. Nie wird er aufdringlich, abgesehen natürlich von einem einzigen Mal in meinem Leben. Und wenn dieses eine Mal kommt, dann ist es nicht meine Entscheidung, so der Plan.

Aber wenn das Leben mir einmal wieder etwas aufgibt, das ich nicht lösen kann, weil ich es nicht kann, es unmöglich ist für mich etwas zu tun, dann hilft mir dieser Gedanke. Ist es wichtig? Nein – denn der Tod hat mich (noch) nicht geküsst.

Ich finde diesen Gedanken sehr beruhigend. Im Bewusstsein, dass der Tod immer bei mir ist, wie ein Freund der mich an die Hand nimmt. Ein Freund, der mich genau ein einziges Mal, ein letztes Mal im Leben küssen wird.

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein erfülltes Leben!

2018-09-28 00:05:27
Wie die Zeit vergeht - und ich wohl zu alt für so manches Konzert werde

Wie die Zeit vergeht - und ich wohl zu alt für so manches Konzert werde

Heute bin ich sehr nachdenklich und finde dadurch Zeit etwas zu bloggen. Ich denke so viel nach, dass ich sogar die Arbeit liegen lassen habe. Die Arbeit am Haus, das wir noch immer fließig am Renovieren sind. Das sieht man auch im Hintergrund des Bildes. Die Arbeit mit den Kindern z.B. mit ihnen Sport zu machen, man beachte: ich trage Sportkleidung ^^ brav in schwarz gehalten, aber sogar ich halte mich neuerdings fit, oder versuche es zumindest. Die Arbeit im Verein, alles liegt bei Seite...und ich denke nach.

Denn ich war gestern auf einem Konzert, Blutengel in der Arche bei Berlin Neuenhagen, die ich eigentlich nur aus meiner Vereinsarbeit kenne. Mich wunderte das Konzert dort, was aber auch überhaupt Anlass war, dass ich zu Blutengel fand. Ein großartiger Künstler Chris Pohl, so freute ich mich ihn und Blutengel für mich entdeckt zu haben. Und das Konzert selbst, der Auftritt der Band mit Inszenierung auf der Bühne übertrafen meine Erwartungen bei Weitem!

Früher war ich immer wieder gern auf Konzerten in der Schwarzen Szene. Vor 15 Jahren nun etwa. Die Zeit vergeht. Jetzt sind die Kinder größer und im Gefühl verbunden zur Schwarzen Szene, bin ich auf der Suche in meiner neuen Heimat Berlin. In München wusste ich ja genau wo es sich wie gut lebt. Hier in Berlin fand ich auch einen Musikförderverein, Shadowplay e.V. der des Künstlers Sven Friedrich wegen gegründet wurde. Ein ganz wunderbarer Verein, das möchte ich auch nochmal betonen an dieser Stelle! Danke, dass es euch gibt! Ihr seid spitze!

Und der Kontrast könnte nicht größer sein, zu "Konzerten von der Stange". So stand ich gestern bei dem Konzert einer Band die ich neu für mich entdeckte, Blutengel. Vom Gefühl her ist das genau mein Wunsch gewesen, das einmal zumindest live zu sehen, einmal die Musik hautnah zu erleben, mit allen Sinnen zu erfahren. Da das nur live möglich ist, begab ich mich in die "Höhle des Löwen der Fans". Nur war mir das nicht bewusst.

Ich war ja nun völlig naiv auf dieses Konzert gegangen. In Erinnerung hatte ich eine schöne Zeit auf den ersten Konzerten des WGT, da war ich ja noch nicht einmal 18 gewesen. In Erinnerung hatte ich Lesung von Oswald Henke/Goethes Erben, Musik von anderen Bands in vorderen Reihen, die sich im Tanz wogen, die Stimmen erhoben zum Gesang mit dem Künstler auf der Bühne... und ich fragte mich gestern: wo ist das alles hin? Vermutlich außerhalb des harten Fanblocks auf jeden Fall.

Die Schwarze Szene gestern schockte mich zutiefst in Teilen, den "Fans". Nicht alle natürlich, aber es existiert so etwas wie ein "schwarzer aggressiver Block", ein Fanblock der bereits in der Früh anreist, wie auf einer Demo ganz vorn. Ich wurde geschlagen und gestoßen, da diese Fans ihre Plätze, die sie den ganzen Tag an der Absperrung verbringen, auch verteidigen.

So wurden sie mir gegenüber körperlich, nur weil ich in der ersten Reihe an der Stange einen Platz zum Festhalten suchen wollte. Verteidigung der Plätze gegen jeden - auch wenn jemand unter behindernden Umständen lebt oder in eine Notlage gerät? unter Gruftis? Das finde ich nicht angemessen.

Für mich bedeutet die Nähe zur Absperrung Sicherheit, in Sicherheit zu sein, sollte mir als Autistin alles sensorisch zu viel werden. Die enorm hohe Wahrnehmungsfähigkeit und Verarbeitung als Autistin ist großartig auf einem Konzert! - aber kann unter Umständen auch bei der Lautstärke, Lichtshow und Menschenansammlungskombi schon einmal bedeuten sich besser auch mal kurz für ein Lied an der Stange auszuruhen. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass das jemals im Gothic-Bereich ein Problem war.

Gestern wurde es zu einem Problem, in den Reihen 1-3 waren brutale Menschen. Als das Konzert los ging tanzten die Menschen dieses Fanblocks aber nicht oder sangen mit. Nein, sie zückten ihre Handys zu großen Teilen. Ich kam mir deplaziert vor, wie ein Kamel in der Arktis. Wo sind sie hin, die ganzen Schwarzen der tiefen Emotionen, des Miteinanders und Erlebens in den vorderen Reihen? - Selfie-Generation ist up to date, ich glaube ich werde zu alt für so manches Konzert. 

Freundliche Menschen in Reihe 4-10 nahmen sich meiner an und dort wurde auch zum Teil getanzt und gesungen, wenn auch eher verhalten, wenige... Die Stimmung war zum Glück ingesamt sehr friedlich und keinesfalls generell aggressiv. Genau wie man es auch eigentlich kennt aus der Schwarzen Szene.

Aber so suche ich weiter in und um Berlin, was es noch zu entdecken gibt an Schwarzer Kultur. Für mich bedeutet eine gewaltbereite Verteidigung der Absperrung, aus welchem Grund auch immer, Konzerte nicht zu besuchen, oder grundsätzlich immer ganz hinten an der Bar stehen zu müssen.

Um so mehr freut es mich Teil des Shadowplay e.V. sein zu können und zu dürfen, denn hier ist es wie eh und jeh. Wie ich es liebe und schätze. Schwarze Kultur wie sie leibt und lebt, in der den Menschen bewusst ist wie wichtig es ist aufeinander zu achten - auch wenn nicht jeder in Schwarz zu den Konzerten kommen mag.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit - die bei mir vergeht wie im Fluge.

2018-08-26 13:08:12
Osterzeit 2018

Die Osterfreuden in der christlichen Diaspora sind eher privater Natur. Im kleinen Kreis der Familie finden sie Einzug in die Ostertage. Nach so vielen Jahren in Berlin habe ich mich nun daran gewöhnt.

Der große Vorteil davon in einem kleinen familiären Kreis die Hochfeste zu begehen ist ja, dass man sich selbst neu finden muss. In eine Gemeinschaft eingebunden ist das anders. Viele sind dort am tun. Mal mehr mal weniger christlich, aber zusammen. Es wird vom Pfarrer, den ganzen Messdienern, der Gemeinde, allen gemeinsam Ostern gefeiert. In der Nacht schon konnte man bei uns am Petersberg die österliche Feierlichkeit mit einer Kerze als geweihtes Licht nach Hause tragen.

Hier habe ich nun ein Osterfeuer in meiner Schale und muss selbst für unsere Familie die ganze Feier organisieren. Es ist eine Herausforderung für mich, die sich sonst immer als kleiner Teil eines großen Ganzen fühlte. Und das als Frau in einer männerdominierten katholischen Kirche.

Und so bleibt in mir die Christin. Immer weniger fühle ich mich katholisch. Insbesondere auch, da ich als Autistin in der Kirche nun auch einem enormen Stigma unterliege. Den Führenden ist es gar nicht wichtig, was wir Autisten denken. Die Christlichkeit die ich erlebte in meinem Dorf war gewachsen. Durch die Gemeinschaft der Gläubigen wurde ich akzeptiert genau so wie ich bin. Betrachte ich aber die Kirche nun aus der Ferne meiner Heimat verliert sie all den Glanz aus meiner Kindheit. Es war nicht der Verdienst vom Papst, es war der Verdienst wunderbarer Menschen, als Pfarrer, wie Messdiener, wie Gemeinde. Alle gemeinsam machten das Gefühl lebendig, dass die Osterfreude direkt mitten unter uns ist! - und lebt... weiterlebt die gesamte Osterzeit. 

Und das Jahr wurde von den Themen des Jahreskreises getragen. Nicht nur an Ostern. Hier in Berlin findet das in meinem Bezirk nicht statt. Es gibt keine christliche Gemeinschaft, auch nicht in den geballten katholischen Zentren die es hier natürlich trotzdem gibt. Es ist eine Gemeinde ohne Herz. Ohne österlichen Geist. Und ich allein als Frau, als minderwertig gesehene Autistin sowieso nicht, sagt doch der Vatikan selbst, dass es in Ordnung sei uns zu ächten mit Kennzeichnung falsch zu sein.

Ich verstehe langsam, wie sich die Homosexuellen fühlen in der katholischen Kirche. Und es ist enorm, wie schnell es geht einer Gruppe zugeordnet zu werden, die falsch sein soll, wegen eines Eintrags in einem Buch. Per Buchstaben degradiert werden zu können empfinde ich alles andere als christlich. 

Und so räumte ich heute in der Früh die Feuerschale wieder in den Unterstand mit der Osterasche, die ich in den Garten verstreuen werde. Ein weiteres Feuer wird es noch geben, wenn die ganze große Familie, die Gemeinschaft im Sinne Jesu nochmals zusammen kommen wird. Und ich spüre, wie ich wohl merke kein Katholik mehr zu sein. Letztendlich wurde ich ob Buchstaben in einem Buch von meiner Gemeinde ausgestoßen, in der Diaspora. Und dem Erzbischof selbst ist es nicht wichtig. Als Antwort bekam ich, dass ich ja nur eine Autistin sei, die sich an ihn wendet, das wäre nicht ausreichend etwas zu verändern.

Ein verlorenes Schaf auf weiter Flur, mit einem Hirten dem ich es nicht wert bin, dass er sich selbst auf den Weg macht für mich zu sorgen.

Aber bevor ich nun endgültig mit der katholischen Kirche zu brechen beginne, werde ich es nochmals versuchen. Vielleicht habe ich ja nur nicht laut genug geschrien, als kleine Schaf das von der Herde ausgestoßen wurde, so dass es vom Hirten nicht ernst genommen wird. Es kann ja sein, dass Andersartigkeit in der Neurobiologie doch gar nicht so geächtet werden wünscht aus dem Herzen heraus und sie es einfach nur nicht besser wissen. Mal sehen was geschieht, wenn ich als Schaf lauter um Hilfe rufe.

Meine Gedanken beim Aufräumen schweifen nun aber erst einmal wieder in den Garten. Ein Foto der ersten Blumen habe ich euch in meinem Blogartikel eingefügt. Die Gott-gegebene Schöpfung im direkten Umfeld zu hegen und zu pflegen gehört bestimmt auch zu den Dingen, die in der Osterzeit ganz besonders wichtig sind. Denn nur wenn die Gemeinschaft in der man ist zusammen hält, man füreinander da ist, das Gemeinsame miteinander hegt und pflegt kommt dieses Ostergefühl zustande. Wenn zwei oder drei in Gottes Namen versammelt sind ist er mitten unter ihnen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen Menschen um euch, mit denen ihr gemeinsam Ostern feiern könnt. Ob nun als Christen, Katholiken oder Atheisten, der Geist von Ostern hängt nicht von der Kirche ab, so viel weiß ich gewiss. Es sind die Menschen, die beisammen sind und die Weise wie sie Ostern feiern und würdigen.

Ich wünsche euch eine frohe und gesegnete Osterzeit!

2018-04-03 10:48:49
Ganz und gar... Anfang 2018

Hallo liebe Leser meines Blogs! 

In "Ganz und gar... Anfang 2018" möchte ich nun erzählen, was nun alles fertig geworden ist seit 2015. Vieles hatte ich begonnen. Manches ist nie fertig, anderes aber um so schöner geworden. Die Blumen im Leben blühen lassen ist zwar manchmal nicht so einfach, aber um so wertvoller, wenn es einem gelingt die Stundenblumen zu hegen, sie nicht abzugeben, so dass sie wie Rauch im Wind verwehen. 

Kunstaktion

   

Diese Bilder kennen bestimmt schon einige. Ich mag sie sehr und habe meine Leidenschaft fürs Bodypainting entdeckt. Auch wenn diese Kunstaktion zu "Meinungsstörung" von Oswald Henke nun vorrüber ist, in meinem Herzen lebt die Freude an der Kunstdarstellung mit mir selbst als Darsteller weiter. So wird es bestimmt in Zukunft auch immer einmal wieder Bilder von mir geben, solche oder andere, mal sehen wo mich meine Leidenschaft zur Kunst hin führen wird. Ideen habe ich auf jeden Fall schon sehr Viele. Leben als Kunst, Kunst als Teil meines Lebens möchte ich nicht missen. 

Von Katzen und anderen Begleitern im Leben

Da es von mir kaum aktuelle Bilder gibt, habe ich dank eines Freundes doch wieder einmal mich selbst vor die Linse bekommen. Einen viel zu kleinen Teil hatte ich wirklich Raum für kleine Freuden wie mit Freunden etwas zu unternehmen. Als Mutter junger Kinder, so wurde mir das oft erzählt, ist das ganz natürlich. Dennoch sehe ich das Teilen von Zeit miteinander als eine ganz wichtige Stundenblume in meinem Leben. Auch mit meiner Familie, Mann, Kindern, Großeltern und anderen Vewandten. Diese pflegen, sie blühen sehen ist mir sehr wichtig, denn die Zeit gemeinsam zu teilen verdoppelt sie letztendlich, vergoldet sie und macht sie unschätzbar im Wert.

Auf diesem Bild bin ich mit unserer jüngsten Katze Farina auf dem Arm zu sehen. Farina, da sie 4 weiße Pfoten hat - als wäre sie mit nassen Pfoten einmal durchs Mehl getappt. Ich liebe ja Katzen. So schön weich und kuschelig, schnurrend liegen sie auf einem herum. Oder lassen sich herumtragen, voll Vertrauen, sind neugierig und verspielt, einfühlsam und herzlich. So ist ganz und gar perfekt, dass unsere kuscheligen 4-Beiner im Haus mit uns leben. Die Kaninchen und Katzen. Haustiere finde ich schon immer sehr wertvoll in meinem Leben und werde gewiss auch diese Liebe zu Tieren immer in meinem Herzen tragen.

White Unicorn e.V.

Sehr viel Energie, Gedanken, Zeit, Leidenschaft mit Freud und Leid sind in den letzten beiden Jahren in den White Unicorn e.V. geflossen. Anfangs gegründet, aus einer Notwendigkeit heraus, durch eine Bitte der Berliner Senatsverwaltung entwickelte ich immer größere Begeisterung.

Feuer und Flamme für die Projekte konzeptionierte ich Vieles. Familien begleitete ich und habe es in so manchem Fall geschafft zu einem autistenfreundlichen Umfeld beizutragen. 

Vieles hat auch nicht so funktioniert wie gedacht, vieles musste ich wieder ziehen lassen, auch so manche Familie. Insgesamt ist aber das Zusammenarbeiten mit anderen Menschen im Verein etwas, das ich eigentlich nicht mehr in meinem Leben missen möchte.

So werde ich vermutlich auch im White Unicorn e.V. immer wieder etwas finden, das meine Begeisterung weckt, das ich dort ausfüllen kann mit Leidenschaft, auch wenn es manchmal Leiden schafft, in mir, Leid mit anzusehen und doch nichts tun können, weil die Hände in vielfacher Hinsicht oft gebunden sind. Eigene Grenzen erleben, weil man in manchen Dingen machtlos ist. Das gemeinsame Tun, das Wirken und Bewirken als Gemeinschaft hingegen gibt um so mehr zurück.

Welche Blumen in Zukunft erblühen, wird mir die Zeit selbst mit dem Leben schon noch früh genug berichten! Auf jeden Fall hoffe ich, dass bis Ostern auch real ein paar Blumen blühen und ich wie jedes Jahr zum alljährlichen Osterfeuer einen weiteren Beitrag verfassen kann, mit Bildern von schönen bunten Blumen aus unserem Garten.

Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit im Leben, mit vielen Stundenblumen die in euren Herzen für euch erblühen!
 

2018-03-04 16:52:33
Sommerferien 2017 - der Ohrwurm der vergangenen Arbeit

Seit zwei Wochen sind sie, die lang ersehnten großen Ferien und die damit auch einkehrende Sommerpause für mich - von der ehrenamtlichen Arbeit. Das letzte Jahr verlief im Resumee erfolgreich, immerhin wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, worüber auch im Kobinet ein Artikel zu lesen ist "Endlich Ferien nach erfolgreichem Zeugnis". Im Haus und Garten ist mittlerweile auch einiges fertig geworden, manche Bereiche im Haus sogar mehr, als eigentlich vorerst vorgesehen war. Zwischendrin sah es so aus, als würde der Verein zusätzliche Räume brauchen, die wir dafür herrichteten, jetzt haben wir das Stockwerk doch selbst behalten, da die Kreativwerkstatt dann letztendlich niemand finanzieren und somit eröffnen wollte.

Innerlich abschalten von der Arbeit ist gar nicht so leicht, gerade da im homeoffice keine räumliche Trennung existiert. So richtig ein Unterschied ist es nicht, wenn man nicht weg fährt. Aber sparsam leben steht auf dem Programm, Ehrenamt hat den einen Nachteil, dass es kein Geld dafür gibt. Also will auch das Urlaub machen zu Hause irgendwie klappen werden. Unsere neue Katze, die Flora, macht es wie auf diesem Bild aber schon gut vor wie das geht. Hinlegen, ausschlafen, gemütlich machen sind schon ein paar gute Ideen auf jeden Fall. Jetzt haben wir einen "Stubenpanther" und einen "Stubenpuma" - so wirken sie die beiden hübschen Damen.

Ein schöner großer Sandkasten ist fertig angelgt mit einer kleinen Rasenfläche. Ein Mini-Pool wurde den Kids geschenkt, so lässt es sich bei der Sommerhitze auch aushalten. Auf der Terrasse sitzen und Wasserbomben basteln ist zum Kaffee auch mal eine nette Abwechslung. Langsam kehrt die Erinnerung zurück, was ich zuvor alles machte, bevor ich mit dem Verein begonnen hatte, war ich doch 3 Jahre durchgehend Vollzeitmama gewesen. Es scheint wie eine Ewigkeit her, dabei war es von Sommer 2015 bis jetzt ja nur ein Bruchteil meines Lebens.

Wie man überhaupt 2 Jahre durchgehend arbeiten kann? Früher hatte ich Menschen nicht so richtig verstanden, die für eine Sache "brannten". 50 Stunden Arbeit pro Woche waren mir als selbständig Tätige vertraut, aber letztendlich waren es Aufträge die es abzuarbeiten galt, für eine Bezahlung, auch wenn ich es gern gemacht hatte. Soziales Engagement lief nebenher, Urlaub war wenn ich ihn zwischen die Aufträge schob, ich konnte mir sozial sein auch irgendwie gut leisten. Letztendlich bedeutet es grundsätzlich ein ganz andere Lebenweise, wenn man für Geld arbeitet.

Mutter-Sein mit 30 Stunden/Woche für soziale Projekte als "Geschenk für Vater Staat" reicht aber ohne Urlaub aus, um das deutlich an Intensität zu übertreffen - und so weiß ich heute wie das geht, für eine Sache zu brennen und wirklich in etwas zu investieren.

Mal sehen was sich noch alles anstellen lässt, damit der Ohrwurm der vergangenen Arbeit zum Schweigen gebracht werden kann. - Immerhin haben meine Kinder sich die Ferien wirklich verdient, war ich doch die letzten zwei Jahre für sie kaum noch wirklich "da" und immer mit "dem Kopf wo anders", bei irgend welchen Projekten für die es Lösungen zu konzepten, entwickeln und Realisieren bedurfte. Also nun heißt es also bis September "nur" noch Mutter sein und es sich zu Hause schön machen und vielleicht auch mal eine Woche Freunde besuchen fahren.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen schöne Ferien! smiley

2017-08-03 15:47:28
Während der Zeit...

... sie währt die Zeit und geht fort und fort.

Manchmal kommt es mir vor als würde ich außerhalb der Zeit laufen. Viel langsamer als meine gesamte Umgebung blicke ich in die Welt - und arbeite dabei viel schneller, so sagen die Mitarbeiter. Hochleistungsdenkmaschine... Mit Schildkrötenzeitmodus ;) ... wie sonst lässt sich erklären, dass alle sagen ich arbeite schnell, viel schneller als alle anderen. Wäre ja logisch wenn die Zeit um mich stehen bleibt, wie so eine Hülle und außen rum wirken deshalb alle immer so hektisch und wuselig, weil sie eben außerhalb dieser Zeitglocke leben. Dafür wirke ich viel schneller mit der Arbeit, klingt Vernüftig, gell? ^^

Ich würde sagen das kommt gleich nach den Raumfalten die Socken fressen... 

Was ich aber nun wirklich während all der Zeit mache die ich nicht geschrieben habe möchte ich nun einmal wieder erzählen. Während der Arbeit war ich z.B. in Potsdam. Welch ein Glück: es war richtig massiv Stau in Berlin - Potsdam. Was daran Glück ist? Ich hab eine Klimaanlage, ein Bose-Soundsystem und superflauschige Sitze. Chillmodus an auf der Hinfahrt. Zum Meeting kam ich natürlich zu spät, aber das Gespräch konnte in 1-2 Stunden später dann noch geführt werden, wie schön. 

Also hatte ich neben einer Chillmodus-Zeit auch noch Zeit bekommen es mir in einer Kirche gemütlich zu machen. So einen Brunnen hätte ich auch gern, wie auf dem ersten Bild. Das dachte ich mir damals in Sri Lanka bei einem Brunnen auch schon, siehe zweites Bild.

Es bräuchte eigentlich eine Kombination aus beidem. Im Garten hätte ich sogar eine Ecke in der man so etwas realisieren könnte. Wenn man das allerdings für den Winter tauglich bauen möchte ist das ein ganz schöner Aufwand, so sagte man mir. Aufwand habe ich derzeit einigen, den ich noch vor mir habe. Die Kreativwerkstatt des Vereines wird bald eröffnet... wo wir wieder bei der Arbeit wären, denn irgendwann waren 2 Stunden um und es ging weiter. Die Rückfahrt war weniger angenehm, denn langsam aber sicher zog es mich zu meiner Kleinen zurück und wieder war Stau... der Mama-Magnet wurde aktiv und der macht unheimlich nervös finde ich, wenn man weiß man wird erwartet und kann aufgrund Stau aber nicht nach Hause. Beamen wäre praktisch - genau für solche Fälle.

Viele Gedanken mache ich mir in all meiner Zeit. Über die Gesellschaft, das Leben, das Sein. - Arbeit ist nur Arbeit wenn man Geld dafür bekommt. Das ist einer der Aussagen die mich in letzter Zeit immer wieder wurmen, so als ehrenamtlich Tätige. Nur weil der Senat keine Gelder plant für Inklusion und das ehrenamtlich gemacht werden muss ist es keine Arbeit - hätte der Senat Geld dafür wäre es eine und ich hätte Ansehen heißt es. So bin ich ein Nichts, ich arbeite ja nicht... einfache Hausfrau. Die Menschen sind schon sehr eigenartig in ihrem Denken. Nur weil ein Hansel für etwas einen Topf schafft mit Golstückchen hat es wert - alles andere ist ohne Wert, weil man damit kein Gold nach Hause trägt. - was für eine Zeit...

während der Zeit... ist es mir persönlich wichtig etwas zu bewirken auf der Welt, etwas zu gestalten, auch Zwischenmenschliches - Lebenskunst. Kunst... was ist eigentlich Kunst ist auch so eine Frage und was Kreativität? So viele Fragen. Das ist ein wesentlicher Part meines derzeitigen Lebens während sie vergeht, die Zeit.


Ein Schatten meiner Selbst...

... bin ich geworden im Laufe der Zeit. Das fällt mir immer wieder auf. Die Arbeit zehrt, an einen Ort gebunden, Hochleistungsdenken - viel Arbeit die als wertlos gilt verrichte ich. Die Spiegel im Du die vor gehalten werden sind oft härter, grausamer als ich das ertragen kann.

Andererseits bedeutet es wenn ich aus dem Schatten trete entsteht etwas Neues. Das Alte ist am Vergehen, Neues wird. 

Selbst überwinden heißt es ja auch... mir fallen derzeit viele Sprichwörter ein, die alle sehr brauchbar sind, wird man zum Schatten seiner Selbst. Ich muss  mich selbst überwinden, all das was mich zum Schatten meiner Selbst macht, um aus dem Schatten zu treten, über sich hinaus wachsen... Logisch, nicht wahr? Und klingt so einfach. 

Na dann steht dem ja nichts mehr im Wege... Zeit hab ich eh unendlich und wer weiß, vielleicht finde ich dann ja sogar irgendwann die ganzen verlorenen Socken aus meiner Raumfalte wieder ^^

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs eine schöne Zeit!

2016-08-27 09:58:44
Nicht Ganz... Ostern 2016

Ostern ist es... wieder ein Jahr herum. Und so wenig geschrieben habe ich. So wenig gemeldet hab ich mich im letzten Jahr bei meinen Freunden, so wenig Raum gefunden für all jenes, was ich sonst immer getan habe. Und nichts ist ganz fertig geworden:

Nicht ganz fertig vergesellschaftete Ratten, aber einen neuen Mitbewohner haben wir nun im Hause, eine ganz ängstliche Dame. Nicht ganz gesund bin ich dazu, deshalb komme ich nun über die Feiertage dazu zu schreiben, aber auch nicht wirklich aus dem Bett. Wenn ich wieder gesund bin, schaffe ich es ja vielleicht all die halben Sachen zu erledigen. Dies ist auf jeden Fall Gecki in ihrer neuen Bleibe, bis sie bei den anderen Dreien, Pikatchu, Logok und Maria in der Rattenvilla wohnen wird.

Nicht ganz fertig ist auch die Gestaltung des Gartens, wie ich sie eigentlich noch machen wollte, aber immerhin der Misthaufen ist angefangen. Es fehlen nun noch die Bretter, damit auch ordentlich Platz ist für Rasen, Bioabfälle, Mist und was sonst noch einem guten Düngervorrat gut tut. 

Die Projekte vom Verein sind ebenfalls am gedeihen, zumindest in der Planung aber auch sie sind noch nicht einmal so weit fertig, dass ich ein Foto dafür hätte.

Ich bin gespannt, was die kommende Zeit mit sich bringen wird. Wünschen würde ich mir wenig Enttäuschung, dass nicht alles was begonnen wurde vergeblich war an Mühe, sondern irgend etwas auch fertig wird. Dann komme ich auch wieder dazu mehr zu schreiben, wenn ich Stück für Stück zeigen kann, was nun Ganz geworden ist. Ich wünsche euch allen eine wundervolle Zeit! Aber diese dafür:

von ganzem Herzen heart

2016-03-27 14:33:16
Jahresende 2015

Das Jahr ist nun bald zu Ende und wie man an meinen Beitragszahlen hier merkt, komme ich fast nicht mehr zum Schreiben. Es ist viel zu viel zu tun, um die Muße zu finden zu schreiben. Meine Texte die ich für meine Arbeit schreibe sind schon mit Konzentration verbunden, die Schrift fließt nicht mehr wie früher. Aber so ist das als Mutter zweier Kinder denke ich immer. Sind die Kinder sooo klein, dass sie einen unbedingt noch brauchen, auch die Welt mit zu verändern, dann ist das so. Und so gebe ich mir Mühe die schönen Stunden zu gestalten mit unserer kleinen Familie. Jetzt gönne ich mir auch endlich einmal Urlaub bis zum 3.1. Nur noch heute arbeiten und dann endlich ein wenig Ruhe. Wer weiß, vielleicht finde ich dann tatsächlich etwas Muße und schreibe wieder einen längeren Artikel. Jetzt erst einmal wünsche ich aber allen Lesern meines Blogs:

 

2015-12-23 08:37:43